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Lupinenmehl – proteinreicher Sojaersatz

Lupinenmehl – proteinreicher Sojaersatz

In den Regalen gut sortierter NaturkostlĂ€den und ReformhĂ€user versteckt es sich irgendwo zwischen Mandel- und Buchweizenmehl: Lupinenmehl. Es ist interessant fĂŒr die Low-Carb-KĂŒche und wird gerne als Mehl-Alternative fĂŒr Zöliakiepatienten angepriesen. Lupinenmehl hat zudem einige positive Eigenschaften beim Backen an sich, denn es verbessert als Zusatz in Teigen sowohl die Konsistenz als auch die Haltbarkeit der Backwaren.

Lupinen zĂ€hlen zu den HĂŒlsenfrĂŒchten und sind dementsprechend glutenfrei. Mit diesem Attribut reiht sich der Samen in die Liga der Alternativen fĂŒr glutenhaltige Mehle ein und steht auf einer Stufe mit Kokosmehl, Maismehl oder Kichererbsenmehl, um einige Beispiele zu nennen. FĂŒr Weizenmehlallergiker, Menschen mit einer Laktose-Intoleranz, Zöliakieerkrankte oder Veganer dĂŒrfte Lupinenmehl besonders interessant sein, denn der Samen ist neben dem fehlenden Gluten protein- und vitaminreich, dazu spĂ€ter mehr.

Sind Lupinen giftig?

Leider eilt Lupinensamen ein negativer Ruf voraus, denn sie galten (und sind es teilweise auch) als toxisch. Doch hier muss einfach ein wenig relativiert werden, denn es gibt weltweit ĂŒber 200 Arten, von denen lediglich drei als Lebensmittel genutzt werden.

Der Mensch verzehrt seit mindestens 2000 vor Chr. Lupinensamen in jedweder Form. FĂŒr die Ägypter gehörten Lupinensamen ganz selbstverstĂ€ndlich zu den wichtigsten Getreideformen. Ein Blick in die GeschichtsbĂŒcher zeigt, dass die Saat der Lupinen im Mittelmeerraum rege geerntet und verarbeitet wurde. Damals bereits wussten die Menschen um die Inhaltsstoffe, die dem Organismus nicht gut bekommen, auch wenn die toxischen Substanzen noch nicht entschlĂŒsselt und definiert waren: Alkaloide (Lupinin). Diese Substanzen haben Auswirkungen, die in unkontrollierter Verabreichung negativ wirken. Lupinen sind zudem mit Bitterstoffen behaftet, die nicht zum Verzehr animieren.

Quelle (www.spektrum.de)

Deswegen wuschen die Menschen einst die Samen aus und stellten so die Bekömmlichkeit sicher. Durch das lange Einweichen wird eine Entbitterung erreicht, was dafĂŒr sorgte, dass Lupinen gefahrlos verzehrt werden konnten. Das Einweichwasser wird anschließend weggegossen, in einigen Kulturen wird es auch zur natĂŒrlichen SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung eingesetzt.

Das Wissen um die Giftigkeit von Lupinen kann sich bis heute halten, da die meisten Arten tatsĂ€chlich toxisch sind. Dabei gibt es lĂ€ngst schon Zuchtformen, die als alkaloidarm gelten – diese werden als SĂŒĂŸlupinen bezeichnet. Hierzulande gibt es von der SĂŒĂŸlupine drei Sorten: Die gelbe, die blaue und die weiße SĂŒĂŸlupine.

Im folgenden Artikel dreht sich alles um Lupinen – und um das Mehl, welches daraus gewonnen werden kann. Von der Frage der richtigen Verwendung bis hin zu den geschmacklichen Aspekten, den NĂ€hrwerten oder die generelle Eignung. Wo kommt die Pflanze her? Warum erobert sie so langsam den Markt, obwohl sie sogar teilweise als “giftig” betitelt wird? Was unterscheiden gelbe, weiße oder blaue Lupinen? Kann man Lupinenmehl selber machen? Diese und viele weitere Aspekte werden ausfĂŒhrlich beleuchtet – inklusive Rezeptideen und gesundheitlichem Nutzen.

Was sind Lupinen?

Botanisch betrachtet gehören Lupinen zu den Leguminosen (HĂŒlsenfrĂŒchtler). Regional wird die Pflanze auch als “Wolfsbohne” oder “Feigbohne” betitelt. Es ist eine Pflanzengattung, die zur Unterfamilie der SchmetterlingsblĂŒtler (Faboidea) gehört und zĂ€hlt damit zur gleichen Familie wie Erbse, Kichererbse oder Erdnuss. Mit Letzterer ist die Lupine sogar recht eng verwandt. Wie schon angesprochen, ist die Familie der Lupinen recht groß, so gibt es Arten, die als GemĂŒse angebaut werden, sie wird als Futterpflanze genutzt, als Zier- und Gartenpflanze und natĂŒrlich gibt es auch die bunt blĂŒhenden Wildpflanzen.
Als Futterpflanze wird sie als Ersatz fĂŒr importiertes Soja genutzt, sofern sie nicht an Pferde verfĂŒttert wird – fĂŒr Pferde sind Lupinen giftig.

Wilde- und Gartenlupinen zĂ€hlen ebenfalls zu den Arten, die nicht fĂŒr den Verzehr geeignet sind, denn sie enthalten Lupinin, einen hochgiftigen Bitterstoff.

Lediglich bestimmte Zuchtformen sind nicht giftig, da der Bitterstoff “herausgezĂŒchtet” wurde – jedoch könnten Allergiker sensibel auf die Samen reagieren, hierzu spĂ€ter mehr. Diese Form wird als SĂŒĂŸlupine bezeichnet. Übrigens bezieht sich der Begriff “SĂŒĂŸlupinen” nicht auf den Geschmack, sondern darauf, dass der Samen arm an Alkaloiden ist.

Die Pflanze

Lupinen sind meist krautig und wachsen je nach Art ein- oder mehrjĂ€hrig. Sie können eine Wuchshöhe von ĂŒber einem Meter erreichen, einige Arten werden bis zu drei Meter groß. Die mexikanische “Lupinus jaimehintoniana” erreicht sogar eine Wuchshöhe von bis zu acht Metern.

Zahlreiche Gattungen der Lupinen sind weltweit vertreten. Auf den Boden haben sie fĂŒr nachfolgende Kulturen eine positive Wirkung, da sie Stickstoff hinterlassen. Somit muss der Boden nicht manuell mit Stickstoff gedĂŒngt werden (Vorfruchtwert). Zudem graben sie ihre Pfahlwurzeln tief in den Boden ein, wodurch es zu einer Auflockerung des Bodens kommt. Lupinen werden in der Landwirtschaft genau wegen dieser guten Eigenschaften als Bodenverbesserer gezielt eingesetzt.

Hierzulande wachsen Lupinen als farbenprĂ€chtige Wildblumen, erkennbar an den kerzenförmigen BlĂŒten. Sie verzieren Böschungen und StraßenrĂ€nder und sie lockern eintönige Betonlandschaften ĂŒberall dort auf, wo ihnen nicht der Garaus gemacht wird.

Die Frucht der SĂŒĂŸlupine wird auch gerne als Bohne vermarktet. Interessanterweise enthĂ€lt die Lupinen-Bohne 40 Prozent Protein und kann somit gut mit der Sojabohne mithalten.

Der Samen

Der Samen der SĂŒĂŸlupine ist essbar. Sowohl im alten Ägypten, im antiken Griechenland und im sĂŒdamerikanischen Raum galt der Samen als Grundnahrungsmittel, obwohl er erst aufwendig zubereitet werden musste, um die toxischen Substanzen herauszulösen.
In den einstigen Kulturen wurde also die Saat traditionell bis zu 14 Tage gewĂ€ssert und anschließend in eine Salzlake eingelegt, um den Samen als Knabbersnack zu genießen. So werden die Bitterstoffe herausgelöst, was dank der Zuchtform der SĂŒĂŸlupine nicht mehr in der Form nötig ist.

SĂŒĂŸlupinen-Samen werden höchstens 1 bis 2 Tage in Wasser eingelegt, bevor sie zu Snacks weiterverarbeitet werden, was hauptsĂ€chlich im Mittelmeerraum der Fall ist. Dort wird die Knabberei gereicht, wie wir es hierzulande von Chips und Salzstangen kennen.

Aus dem Samen wird weiter ein kaffeeĂ€hnliches GetrĂ€nk gewonnen. Dazu werden die Samen getrocknet, geröstet, gemahlen und mit heißem Wasser gebrĂŒht – also alles in allem wird Lupinenkaffee genau wie “normaler” Kaffee hergestellt.

In der “Szene” der alternativen Mehle nimmt das Mehl der SĂŒĂŸlupine ebenfalls Fahrt auf. Vor allem das fehlende Gluten aber auch der hohe Proteinanteil zeichnen Lupinenmehl in der veganen als auch gesundheitsorientierten KĂŒche aus.

Das Lupineneiweiß – eine Besonderheit

Der ErnĂ€hrungstrend geht eindeutig in Richtung vegan, gesund und alternativ. Doch gerade die Gruppe der Vegetarier und Veganer mĂŒssen ihre ErnĂ€hrungsweise durch den Verzicht auf Fleisch anpassen, um ihren NĂ€hrstoffbedarf zu decken. Das gilt beispielsweise fĂŒr Proteine, Eisen oder Vitamin B12, da diese Stoffe bei Produkten tierischer Herkunft entweder vermehrt oder in leicht verwertbarer Form vorkommen, im Gegensatz zu den NĂ€hrstoffen aus pflanzlichen Quellen.

Zu den proteinreichsten Nahrungsmitteln pflanzlicher Herkunft zĂ€hlen HĂŒlsenfrĂŒchte, also Erbsen, Bohnen, Soja oder Lupinen.
Lupinenmehl darf mit bis zu 40 Prozent Proteinanteil durchaus als “Proteinquelle” bezeichnet werden. Eine Besonderheit liegt in der Wertigkeit des Eiweiß, denn es handelt sich um basisches Protein, da es arm an harnsĂ€urebildenden Purinen ist.

Lupinenmehl beinhaltet alle essentiellen AminosĂ€uren – also genau jene, die der Mensch nicht selber herstellen kann, sondern mit der Nahrung aufnehmen muss. Besonders die AminosĂ€uren Lysin und Tryptophan kommen im Gegensatz zu herkömmlichen Getreide in der HĂŒlsenfrucht vor, was natĂŒrlich ihre biologische Wertigkeit erhöht.


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Lupineneiweiß hat im direkten Vergleich mit Sojaeiweiß zwei immense Vorteile: es ist nicht genmanipuliert und die Pflanze kann hierzulande ohne großen Aufwand kultiviert werden.

ErnĂ€hrungsphysiologisch kann der Kohlenhydratanteil von BackstĂŒcken durch die Verwendung von Lupinenmehl gesenkt werden bei gleichzeitiger Erhöhung des Proteingehaltes. DafĂŒr werden bis zu 20 Prozent des herkömmlichen Mehls mit Lupinenmehl ausgetauscht.

Im Folgenden habe ich noch ein interessantes Video zum Thema „Lupinen – Eiweiß-Quelle der Zukunft?“ gefunden:

SĂŒĂŸlupinen – die Sorten

Wie schon angesprochen, werden bezĂŒglich des Verzehrs zwischen der blauen, gelben und weißen Lupine unterschieden.

  • Weiße Lupine

Besonders der hohe Proteingehalt macht die weiße Lupine (Lupinus albus) interessant. Sie steht in direkter Konkurrenz mit der Sojabohne, hat aber den Vorteil, dass sie auch in kĂŒhleren Regionen angepflanzt werden kann. Ihr derzeitiger Proteingehalt liegt zwischen 34 und 45 Prozent.

Das Mehl der weißen Lupine ist nicht strahlend weiß, sondern wird von einem leichten Gelbstich durchzogen. Es hat eine ausgezeichnete Wasserbindung und eine leicht emulgierende Wirkung im Teig. In Backwaren können damit bis zu 30 Prozent des herkömmlichen Mehls ausgetauscht werden.

Quelle (https://geb.uni-giessen.de)

  • Blaue Lupine

Die blaue Lupine (Lupinus angustifolius) wurde erst im Jahre 1997 fĂŒr den kommerziellen Anbau freigegeben und auch sie wird als “sĂŒĂŸâ€ , also als alkaloidarm bezeichnet. Der Proteingehalt liegt durchschnittlich bei 34 Prozent und sie enthĂ€lt ebenfalls wichtige AminosĂ€uren.

  • Gelbe Lupine

Die gelbe Lupine (Lupinus luteus) enthĂ€lt bis zu 45 Prozent Rohprotein, wird jedoch zumeist als Futterpflanze angebaut. Erst in jĂŒngster Zeit finden sich hier und da Produkte der gelben Lupine in NaturkostlĂ€den und ReformhĂ€usern.

Wie wird aus Lupinensamen Mehl?

Zur Gewinnung von Mehl werden die Samen ausgepresst und anschließend gewĂ€ssert. So löst sich das Eiweiß aus der Faserstruktur. Übrig bleibt ein sogenannter Presskuchen, der dann wiederum erhitzt wird und das Mehl zurĂŒck lĂ€sst. Wie schon gesagt, Lupinenmehl schmeckt nicht sĂŒĂŸ, da sich die Begrifflichkeit “SĂŒĂŸlupine” darauf bezieht, dass es alkaloidarm ist. Das Mehl schmeckt eher nussig und kann in Backwaren den Geschmack abrunden.

Die Produktvielfalt von Lupinen

Genau wie Soja werden auch Lupinensamen als Fleischersatz genutzt. So gibt es Schnitzel, Burger, Pasten, Saucen, WĂŒrstchen, Bratlinge, Milch, Kaffee, Eis oder Brotaufstriche auf Basis von Lupinensamen.
Da die HĂŒlsenfrucht in Teigen Ă€hnliche Eigenschaften wie HĂŒhnereier aufweisen, werden sie insbesondere in der veganen KĂŒche gerne als Ei-Ersatz genutzt. Das bedeutet, dass man anstelle von Eiern Lupinenmehl verwenden kann, was dem Teig die Konsistenz gibt, die er normalerweise durch die Eier erhalten hĂ€tte. Wer also vegan backen möchte, rechnet fĂŒr jedes Ei, das im Rezept vorkommt, 15 Gramm Lupinenmehl.

Wie Soja kann Lupine ebenfalls zu Tofu oder Milch verarbeitet werden. Teilweise werden Lupinen schon als Fleischersatz der Zukunft gehandelt, das resultiert aus dem unkomplizierten Anbau und dem hohen Proteingehalt.
Quelle (www.dw.com)

Die Verwendung als Mehl

Lupinenmehl ist eine ausgezeichnete Alternative zu herkömmlichem Mehl – obwohl es natĂŒrlich aufgrund des fehlenden Klebers keine Treibeigenschaften hat. Doch um Kohlenhydrate einzusparen und den Eiweißanteil zu erhöhen, ist das Mehl der Lupine gut geeignet. Mehr als 20 Prozent sollten allerdings nicht getauscht werden, da das Mehl doch recht bindende Eigenschaften hat, alternativ muss dem Teig dann mehr FlĂŒssigkeit zugefĂŒhrt werden, was den Geschmack wiederum verfĂ€lschen kann.
Die Struktur eines Teiges wird durch Lupinenmehl positiv beeinflusst, er wird elastisch und lÀsst sich gut kneten und formen.

Lupinenmehl in Milchprodukten

Sportler achten meist darauf, hinreichend Proteine einzunehmen. Lupinen bieten hierzu die besten Voraussetzungen, da sie ĂŒber einen hohen Proteingehalt verfĂŒgen. FĂŒr die Zufuhr von hochwertigem Eiweiß kann einem Shake also einfach ein Esslöffel Lupinenmehl zugefĂŒhrt werden. NatĂŒrlich lĂ€sst sich das Mehl auch in den FrĂŒhstĂŒcksquark oder -joghurt einrĂŒhren.

Rezeptideen

  • Pfannkuchen mit Lupinenmehl

FĂŒr die Pfannkuchen werden die folgenden Zutaten benötigt:

  • 250 ml Mandel- oder Cashewmilch
  • 15 Gramm Lupinenmehl
  • 100 Gramm Weizenmehl
  • 1 Esslöffel Agavendicksaft
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • etwas Vanillin
  • Öl zum Braten

So wird’s gemacht:

Alle Zutaten in einer SchĂŒssel gut miteinander verrĂŒhren, anschließend die SchĂŒssel abdecken und den Teig gut 20 Minuten ruhen lassen. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Pfannkuchen ausbacken.

  • Vollkornbrot mit Lupinenmehl

FĂŒr das Vollkornbrot benötigt man folgende Zutaten:

  • 400 Gramm Dinkelvollkornmehl
  • 400 Gramm Roggenvollkornmehl
  • 125 Gramm Lupinenmehl
  • 125 Gramm Haferschrot
  • 75 Gramm Flohsamenschalen (alternativ Chiasamenschalen)
  • 50 Gramm ganzer KĂŒmmel
  • je nach Geschmack gemahlenen Koriander
  • geschroteter Fenchel
  • einen guten Liter lauwarmes Wasser
  • 1 WĂŒrfel Hefe
  • 2 Esslöffel Essig
  • Salz

So wird’s gemacht:

Alle trockenen Zutaten miteinander vermengen. Die Hefe in etwas warmem Wasser auflösen. Eine kleine Mulde im Mehlgemisch bilden und dort die angerĂŒhrte Hefe einfĂŒgen. FĂŒr etwa 10 Minuten die SchĂŒssel abdecken und den Vorteig gehen lassen. Anschließend die restlichen Zutaten zufĂŒgen und daraus rasch einen geschmeidigen Teig kneten. Dieser wird nochmals fĂŒr rund 40 Minuten beiseite gestellt, damit er aufgeht. Anschließend erneut durchkneten und einen Brotlaib formen. Solange der Backofen sich auf etwa 200 Grad aufheizt, kann das Brot nochmals etwas aufgehen. Die OberflĂ€che bemehlen und mit einem scharfen Messer einschneiden.

Um eine knusprige Kruste zu erhalten, kann eine Tasse Wasser auf den Boden des Ofens gestellt werden, durch die Feuchtigkeit bildet sich die knusprige OberflÀche. Je nach Ofen kann das fertige Brot nach etwa 80 bis 120 Minuten herausgenommen werden.


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Die Inhaltsstoffe / NĂ€hrwerte von Lupinenmehl

Da Lupinen großflĂ€chig vom Mittelmeerraum bis nach Norddeutschland angebaut werden, kann kaum eine pauschale Aussage zu den Inhaltsstoffen getroffen werden. Im Durchschnitt enthĂ€lt das Mehl der HĂŒlsenfrucht folgende NĂ€hrwerte, bezogen auf 100 Gramm:

NĂ€hrwerte pro 100 Gramm Lupinenmehl
Energie1532,4 kJ/ 366 kcal
Fett in Gramm 10
Kohlenhydrate in Gramm12
Protein in Gramm40
Ballaststoffe in Gramm25
(Die NÀhrwerte können sich je nach Herkunftsland und Herstellung unterscheiden. Bei den Angaben handelt es sich um gerundete Werte.)

Der gesundheitliche Nutzen

Der Eiweißgehalt liegt bei Lupinenmehl höher als bei den Samen. Im Durchschnitt bewegt sich der Proteingehalt zwischen 32 und 45 Prozent der Gesamtmasse. Hinzu kommen alle essentiellen AminosĂ€uren, die der menschliche Organismus benötigt, aber nicht selber produzieren kann – also auf die Zufuhr mit der Nahrung angewiesen ist. Lupinenmehl ist vollkommen cholesterinfrei, enthĂ€lt Beta Carotin und Vitamin E.

Der Anteil der FettsĂ€uren wird von den hochwertigen ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren dominiert, die zu ĂŒber 80 Prozent enthalten sind. Deswegen wird das Mehl der HĂŒlsenfrucht auch gerne Menschen empfohlen, die einen zu hohen Cholesterin- oder Triglyzeridspiegel haben.

Besonders geeignet ist Lupinenmehl fĂŒr Veganer und Vegetarier, da der Samen als hochwertiger Eiweißlieferant gilt. Auch im Rahmen einer cholesterinarmen ErnĂ€hrung kann das Mehl verwendet werden. Milchallergiker finden in der HĂŒlsenfrucht ebenfalls eine gute Alternative. Besonders der geschmackliche Aspekt unterscheidet sich von dem Ă€hnlich genutzten Soja: Lupinenmehl schmeckt sowohl zu sĂŒĂŸen als auch zu herzhaften gerichten, es weist eine feine nussige Note auf, die jedoch keinesfalls “störend” wirkt.

Allergiker

Wie jedes eiweißreiche Lebensmittel können Produkte aus Lupinen allergische Reaktionen auslösen. Da das Mehl Eiweiße enthĂ€lt, die denen von ErdnĂŒssen Ă€hneln, sollten Menschen mit einer Erdnussallergie kein Lupinenmehl verzehren. Generell zĂ€hlt der Samen der Lupine zu den HĂŒlsenfrĂŒchten, somit sind Produkte fĂŒr diese Patientengruppe ohnehin tabu.
Auch Sojaallergiker sollten zunĂ€chst vorsichtig beim Verzehr von Lupinenprodukten sein – ein vorab beim Arzt durchgefĂŒhrter Allergietest zeigt sicher auf, ob die HĂŒlsenfrucht bedenkenlos verzehrt werden kann oder nicht.

Es ist mittlerweile bekannt, dass bereits geringste Mengen Lupinen ausreichen, um eine Allergie auszulösen. Deswegen mĂŒssen Lebensmittel auch mit der genauen inhaltlichen Menge deklariert werden.
Quelle (https://bfr.bund.de)

Alternativen zu Lupinenmehl

Mittlerweile gibt es zahlreiche Mehlalternativen fĂŒr Zöliakiepatienten, Menschen mit einer WeizenunvertrĂ€glichkeit oder fĂŒr all jene, die einfach auf bestimmte Aspekte – wie das NĂ€hrstoffprofil – Wert legen. So finden sich Kokosmehl, Mandelmehl, Reis-, Quinoa– oder Kichererbsenmehl immer hĂ€ufiger in den Regalen der NaturkostlĂ€den oder SupermĂ€rkte, so dass hier eine große Auswahl an Mehlen besteht. NatĂŒrlich zĂ€hlen diese Mehlalternativen nicht zu den Brotmehlen, da sie keinen Kleber enthalten – doch genau das ist meist der Grund, warum ĂŒberhaupt nach einer anderen Mehlform Ausschau gehalten wird.

Studien

In einer Dissertation, die dem Institut fĂŒr Agrar- und ErnĂ€hrungswissenschaften der Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg vorgelegt wurde, gehen zahlreiche kleinere Untersuchungen hervor.

So ergab beispielsweise eine Untersuchung an Tieren, dass der Cholesterinspiegel durch die Gabe von Lupinenprotein signifikant gesenkt werden konnte. Auch der Wert der Triglyceride konnte gesenkt werden. Zusammenfassend wurde nachgewiesen, dass eine positive Beeinflussung der Atheroskleroseentwicklung durch Lupinproteine möglich wĂ€re. Versuche belegten außerdem, dass das Eiweiß der HĂŒlsenfrucht zu einer Senkung der Blutfettkonzentration fĂŒhrt.

Quelle (https://d-nb.info)

Fazit

Lupinenmehl ist eine Alternative zu herkömmlichem Mehl, wenn es darum geht, einerseits auf Gluten zu verzichten und andererseits auf einen hohen und wertvollen Proteingehalt zu setzen. Es gibt zahlreiche Arten von Lupinen, von denen ausschließlich die Samen bestimmter ZĂŒchtungen zum Verzehr geeignet sind. Diese werden als “SĂŒĂŸlupinen” bezeichnet, wobei das sĂŒĂŸ nicht fĂŒr den Geschmack steht, sondern als Synonym fĂŒr alkaloidarm angesehen wird. Mit Lupinenmehl lĂ€sst sich eine Menge gestalten, es kann bis zu 20 Prozent herkömmliches Mehl ersetzen, es kann als Proteinzugabe in Shakes oder Joghurt eingerĂŒhrt werden oder fĂŒr Vegetarierer und Veganer als Fleischersatz genutzt werden. Hier besitzt es Ă€hnliche Eigenschaften wie Soja – nur ohne Genmanipulation. Unterschieden werden blaue, weiße oder gelbe SĂŒĂŸlupinen, wobei sich deren NĂ€hrstoffprofil nur leicht unterscheidet. Geschmacklich bieten Lupinensamen eine eher nussige bis neutrale Note und so können sie sowohl sĂŒĂŸe als auch herzhafte Gerichte abrunden.


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  1. Antje

    13 September

    Schöner Artikel! Ich mag Lupinenmehl, vor allem als echte Sojaalternative. Deine Rezepte werde ich unbedingt ausprobieren!
    LG Antje

    • kristina

      17 September

      Hi Antje,
      danke fĂŒr deinen lieben Kommentar! 🙂
      Ich versuche zur Zeit auch immer mehr mit Lupinenmehl zu kochen. Ich probiere mich momentan nĂ€mlich an der veganen KĂŒche und Lupinen sind nicht nur eine gute Soja-, sondern auch eine gute Fleischalternative. Aber fĂŒr dich ist das ja sicher nichts neues 🙂
      Liebe GrĂŒĂŸe
      Kristina

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